Vereinsgeschichte


Die Gründung der Freiwillige Feuerwehr Tüschnitz wurde am 19. Februar 1900 vollzogen und in das Grundbuch des Landesfeuerwehrverbandes München eingetragen.

Mit diesen Worten beginnt der erste Eintrag im Protokollbuch der Freiwilligen Feuerwehr Tüschnitz vom 15. April 1900, der vom Vorstand der neugegründeten Wehr, Kaspar Zapf, und weiteren 26 Gründungsmitgliedern unterzeichnet ist. Zum Kommandanten wurde Melchior Pfadenhauer, zum Schriftführer Johann Neder und zum Kassier Konrad Zapf gewählt.
Die Rahmenbedingungen bei der Gründung der FF Tüschnitz waren zweifellos schwierig, wie die weiteren Einzelheiten aus dem Gründungsprotokoll belegen. Die Wehr besaß keine Mittel, um die "Kosten zur Anschaffung von Armaturen und Requisiten zu bestreiten". Deshalb wurden 200 Mark aufgenommen, die wiederum Vorstand Kaspar Zapf zur Verfügung stellte. Die Gemeinde bürgte für dieses Darlehen, während die Feuerwehr die Verzinsung mit vier Prozent und die Tilgung übernahm. Jedes Mitglied war zu gleichen Teilen Gesamtschuldner und konnte seinen Austritt nur dann erklären, wenn seine Teilschuld getilgt war.

  Gründung der Sterbekasse 1930
Am 3.Mai 1930 gründete die FF Tüschnitz eine eigene Sterbekasse, die für einen Jahresbeitrag von 1,20 RM -2,40 RM, gestaffelt je nach Alter, zunächst ein Sterbegeld von 25 RM auszahlte, ab 1933 sogar 100 RM.
Neuaufbau nach 1945
Der aktive Dienstbetrieb konnte im Frühjahr 1946 wieder aufgenonnen werden. Allerdings fand die erste Generalversammlung nach dem Ende des 2. Weltkrieges am 12. Januar 1948 für das Jahr 1947 statt. 32 Mitglieder waren anwesend. Erster Nachkriegskommandant war Hans Schmidt, der für das abgelaufene Jahr von vier gut besuchten Übungen berichtete. In freiwilliger Selbsthilfe der Ortsbewohner konnte zuden der Feuerlöschteich entschlammt und damit ein 80 cm tiefer Wasserstand erreicht werden. Erstmals wurden auch geheime Wahlen durchgeführt.
 
  Vereinsleben funktionierte
Ab 1949 fanden die entsprechenden Jahreshauptversammlungen nunmehr in regelmäßigen Abständen jeweils im Januar statt. Am 16. Januar 1949 berieten die Feuerwehrmitglieder über die Beiträge und legten einen Monatsbeitrag von 0,10 DM fest.
Sterbekasse reaktiviert
Nur gut eine Woche nach der Jahreshauptversammlung 1950 hatte der Vorstand mit den Mitgliedern Bürgermeister Hans Heller, Theodor Fischer, Fritz Fischer, Kurt Pfadenhauer, Hans Hahn, Hans Herr und Georg Zapf seine Vorarbeiten soweit abgeschlossen, dass eine Mitgliederversammlung zur Gründung der Sterbeunterstützungskasse einberufen werden konnte. 58 Mitglieder der Wehr wahren zu dieser Versammlung am 14. Januar 1950 erschienen und erklärten unterschriftlich ihren Beitritt zur Sterbeunterstützungskasse.
 
  Feuerwehrfest 22. und 23. Juli 1950
Auftatkt für das 50-jährige Gründungsfest bildete ein Festkommers, bei dem die beiden noch lebenden Gründungsmitgliedern Konrad Kestel und Karl Baumgärtel (in Abwesenheit) von Bürgermeister Hans Heller geehrt wurden. Am Sonntag, 23. Juli, begannen die Feierlichkeiten mit einer Kommandantentagung der Wehren des Unterkreises Süd. Um 13 Uhr fand eine Schauübung der Wehren Küps, Oberlangenstadt und Tüschnitz statt. Weil es aber zu regnen begann, musste der Festverlauf geändert werden. "Alles stürmte in den Saal der Gastwirtschaft Zapf, wo Bürgermeister Heller dann die Bürgeransprache hielt." Den obligatorischen Festzug ließen sich die Wehrleute dennoch nicht entgehen und marschierten um 16 Uhr durch die Ortschaft. "Voraus fuhren die Mitglieder des Rad- und Kraftfahrerbundes mit schön geschmückten Rädern, dann folgte Gründungsmitglied Konrad Kestel in einem Landauer, der von Bartholomäus Herr mit seinen Pferden gefahren wurde" führt das Protokoll dazu aus. Schließlich fand am Abend noch ein Festball im Saale der Gastwirtschaft Zapf statt. 42 aktive und 46 passive Mitglieder repräsentierten zu dieser Zeit die FF Tüschnitz.
Satzung ausgearbeitet
In der Jahreshauptversammlung am 6. Januar 1953 wurde die ausgearbeitete Satzung von den Wehrmännern einstimmig angenommen. Damit legten die 40 anwesenden Mitglieder die Amtszeit der Führungsmannschaft auf fünf Jahre fest. Bemerkenswert ist, dass zur Anschaffung eines Signalhornes eine "Mützensammlung" durchgeführt wurde, die ein Ergebnis von13,73 DM hatte.
 
  Eigene Fahne
In der Zwischenzeit war anlässlich eines Jubiläumsfestes in Mannsgereuth 1957 der Gedanke gebohren worden eine eigene Fahne anzuschaffen. Die Initiative dazu ging vom stellvertretenden Kommandanten Arthur Heller aus. Erste Sammlungen im Kreise der Mitglieder wurden durchgeführt und Theaterabende geplant um die finanziellen Mittel für die Beschaffung der Fahne zu erbringen. Eine bei der Jahreshaupversammlung am 6. Januar 1958 "impulsiv durchgeführte Sammlung für die Fahne ergab den ansehenlichen Betrag von 52 DM" führt das Protokoll aus. Ein Jahr später hatten die Verantwortlichen bereits die stattliche Summe von 458 DM zusammengetragen.
60-jähriges Gründungsfest mit Fahnenweihe
Als Markstein in der Geschichte der Wehr kann die Fahnenweihe mit Enthüllung des Ehrenmales für die Gefallenen beider Weltkriege bezeichnet werden. Anlässlich der Feierlichkeiten, die vom 25. bis 27. Juni 1960 stattfanden, konnte die FF Stockheim als Patenverein gewonnen werden. Über die Festtage hinweg zeigte die Bevölkerung der kleinen Gemeinde ihr Zusammengehörigkeitsgefühl mit ihrer Feuerwehr. Reich geschmückt zeigte sich der Ort seinen auswärtigen Gästen und bereits am Freitag konnten zur Bierprobe viele Gäste im Festzelt begrüßt werden. Der Festkommers am Samstag wurde von der Trachtenkapelle Wilhelmsthal und dem Gesangverein Schmölz musikalisch umrahmt. Nach dem Weckruf gestaltete Pfarrer Walter Trenkle am Sonntag einen Zeltgottesdienst und segnete die neue Fahne. Anschließend fanden die Enthüllung und die kirchliche Weihe des von der Gemeinde errichteten Ehrenmals statt. Den Festzug führte eine starke Abteilung des Reitvereins Kronach-Süd an. In einer Kutsche folgten die beiden Gündungsmitglieder Konrad Kestel und Karl Baumgärtel, die FF Tüschnitz und der Patenverein Stockheim, die Ehrengäste sowie 17 weitere Gastfeuerwehren. Die Festansprache und ein abendlicher Tanz fanden im Saale Zapf beschlossen im wesentlichen den Sonntagsablauf. Zum Abschluss der feierlichen Tage entstand spontan die Idee, am Montag einen Fackelzug durch den Ort zum Ehrenmal durchzuführen. Mit einem fröhlichen Beisammensein klagen die denkwürdigen Tage festlich aus.
 

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